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Island PDF Drucken
Geschrieben von: Rainer Windhager   
Mittwoch, den 03. März 2010 um 14:40 Uhr

Vom 6. bis 16. Juli 2008 nahmen wir an einer Birdlife-Reise nach Island teil. Birdlife veranstaltet jährlich mehrere Reisen zu verschiedenen Zielen, die für ornithologisch Interessierte immer viel bieten, vor allem, weil sie von Fachleuten geleitet werden. Die Chance Außergewöhnliches zu erleben und viel zu lernen, dabei auch über den Tellerrand der Vogelkunde hinaus zu schauen, ist garantiert! Für Liebhaber von allen Erscheinungsformen der Natur ist Island ein Paradies! Es gibt Augenblicke, da zerreißt es einen förmlich vor lauter Angebot: Vögel, Pflanzen, Gletscher, Flüsse, Wasserfälle, Meer, heiße Quellen und Geysire, Fumarolen und Solfataren, geologische Formationen und Landschaften, die durch den Vulkanismus geprägt sind (schwarze und braune Flächen kontrastieren mit saftig gelbgrünen), wechseln entweder einander ab oder bieten sich zugleich an. Dabei muß man nicht weite Strecken zurücklegen, um vom einer Sehenswürdigkeit zur anderen zu kommen. Alles ist so beeindruckend, daß die Zeit bei weitem nicht reicht, um alles zu verdauen - immer fährt der Reisebus viel zu früh weiter.

So eine "Vogel-Reise" in einer Gruppe reduziert das Reisegepäck und vor allem die optische Ausrüstung auf ein Minimum. Wenn ich primär die Vögel erleben will, brauche ich Feldstecher, Spektiv+Stativ und trotz kundigem Führer ein Bestimmungsbuch. Fotografieren und Video? Wer so ein Narr ist wie ich und meint, alles unter einen Hut bringen zu müssen, der reduziert die Ausrüstung auf Elementares. Da hat sich bei mir folgende Kombination sehr bewährt: ein 10 x 40-Feldstecher um den Hals, Spektiv+Stativ ( ein Manfrotto 785B mit 975g incl.Videoneiger über die Schulter, das sich beihnahe filigran anschaut, aber mit allen Belastungen noch zurecht kommt; alle optischen Geräte haben eine Stativplatte montiert, sodaß rascher Austausch möglich ist), dann mit einer Fotoweste (Vestrap, stabil und taschenmäßig optimal ausgerüstet) über der Normalkleidung, wobei als Fotoapparat eine Leica V-Lux 1 (Bridge-Kamera mit 35-420mm Kleinbildäquivalent) in der linken großen Außentasche mit dabei ist und auf der rechten Seite eine Canon HDV HV30 Video-Kamera. In den sonstigen Taschen verteilen sich Bestimmungsbuch, Proviant und diverses Zubehör. Als Spektiv nutze ich ein Zeiss Diascope 85 mit aufgesetztem Kameraokular DC4, was eine feine Sache ist, weil damit wirkliche "Tele-Aufnahmen" als Beleg möglich sind, die die Leica V-Lux 1 samt Konverter nicht schafft. Diese Digiskopie-Aufnahmen würde man sich gerne in besserer Auflösung wünschen, aber ich habe bei gutem Licht Motive fotografiert, die im A3-Ausdruck überzeugen und selbst die Mehrheit von "Fotografen" nicht auf die Idee kommen läßt, daß die Aufnahmen mit einem 4 Megapixel-Sensor aufgenommen sind. Die Äquivalentbrennweite zu KB ist 1460 mm - damit läßt sich schon allerhand ausrichten! Zum Thema Digiskopie: siehe dort!

Die Reise fand vom 6.-16 Juli 2008 statt und war vom Reisebüro Kneissl-Touristik bestens organisiert. Selbst Probleme vor Ort wurden aus der Ferne für uns gemanaget. Die ornithologische Betreuung lag in Händen von Aaron Ofner und Franz Samwald. Die Beiden zeichnet ihr Fachwissen und ihre liebevolle Geduld aus - eine nicht alltägliche Kombination! Wir starteten in Reykjavik und fuhren im Verlauf der 10 Tage mit einem geländegängigen Kleinbus nach NW über Borganes nach Helissandur, setzten von Stykkisholmur nach Flatey über, von dort nach Branslaekur und weiter nach Breidavik zum Vogelfelsen Latrabjarg. Von dort ging es nach Laugar, dann Dalvik, Akureyri und Husavik. Nach Myvatnsee und Umgebung ging es schließlich über die Sprengisadur-Piste zurück zur südlichen Ringstraße und nach Besuch der Reykjanes Halbinsel abends zum Flughafen.

Für Vogel-Liebhaber zähle ich noch die beobachteten Arten auf (Erstellung von AAron Ofner): Sterntaucher, Eistaucher, Ohrentaucher, Eissturmvogel, Schwarzschnabel-Sturmtaucher, Baßtölpel, Kormoran, Krähenscharbe, Graureiher, Höckerschwan, Singschwan, Kurzschnabelgans, Graugans, Stockente, Schnatterente, Löffelente, Pfeifente, Krickente, Bergente, Reiherente, Eiderente, Trauerente, Eisente, Kragenente, Spatelente, Mittelsäger, Merlin, Gerfalke, Alpenschneehuhn, Austernfischer, Sandregenpfeifer, Goldregenpfeifer, Knutt, Meerstrandläufer, Steinwälzer, Alpenstrandläufer, Rotschenkel, Uferschnepfe, Regenbrachvogel, Bekassine, odinshühnchen, Skua, Schmarotzerraubmöwe, Lachmöwe, Sturmmöwe, Silbermöwe, Heringsmöwe, Dreizehenmöwe, Eismöwe, Polarmöwe, Küstenseeschwalbe, Papageientaucher, Gryllteiste, Trottellumme, Dickschnabellumme, Tordalk, Straßentaube, Wiesenpieper, Bachstelze, Zaunkönig, Steinschmätzer, Rotdrossel, Kolkrabe, Star, Birkenzeisig, Schneeammer. Säugetiere: Buckelwal, Schweinswal, Weißschnauzendelphin, Kegelrobbe und Seehund.

Jeder Naturliebhaber, der Island einmal erlebt hat, möchte unbedingt wieder hin! So haben wir für das kommende Jahr eine Kleingruppenfahrt mit Schwerpunkt "Fotografie" geplant, auf die wir uns schon sehr freuen!